Paulo Coelho: Das Urheberrecht ist eine Erfindung der Geschäftswelt, nicht der Autoren

Das Urheberrecht schütze das Geschäft und nicht die Urheber, sagt Paulo Coelho in einem sehr lesenswerten Interview mit der Zeit. Seine Idee, so der brasilianische Erfolgsautor,  sei die Idee des Teilens. Wenn du nicht teilst, dann existierst du auch nicht.

Schön finde ich an diesem Gespräch, dass es meine Lust auf Lesen revitalisiert. Fast schon wollte ich zum Wahlanalphabetismus konvertieren. Ich verliere nämlich die Lust am Lesen beim Verfolgen dieser geistlosen Debatte und dieser permanenten Selbstverstümmelung von Autoren, die sich freiwillig von Kulturschaffenden zu Produzenten geistigen Eigentums degradieren.

Unser aller Blick ist von einer ausklingenden Ära geprägt

Eine hervorragende Rede zum Urheberrecht von Wolfgang Blau, dem Chefredakteur von Zeit Online, kann man hier nachhören. Der Ton ist anfangs etwas dürftig, wird dann aber sehr gut.
http://youtu.be/3wGjsLHoxl8 .

Was macht eigentlich… ein Verlag?

Börsenblatt.net berichtet über Promotionaktionen für das Urheberrecht durch Verlage in Berlin und Kassel. Interessant daran finde ich auch, dass die Verlage sich so für die Urheber engagieren. Dabei bestimmen sie selbst doch in der Regel die Honorare der Autoren. Die werden aber durch das Urheberrecht gar nicht berührt. Das Urheberrecht macht ja nur den Inhalt eines Werks zu einer vom Urheber unabhängigen veräußerbaren Sache.

Rückfall in die analoge Steinzeit?

Christine Xuân Müller berichtet auf Spektrum.de über das Auslaufe der Sonderregelung des Paragraf 52a des Urheberrechtsgesetzes „Öffentliche Zugänglichmachung für Unterricht und Forschung“ Ende des Jahres. Das wird ja eine spannende Geschichte werden.

Nach 30 Jahren: Licht am Ende des Tunnels

Ein sehr spannender Beitrag zum so genannte Erschöpfungsgrundsatz , nach dem eine einmal im Gebiet der EU im Wege der Veräußerung erworbene Ware frei weiterverkauft werden kann, findet sich auf crn.de. Der Erschöpfungsgrundsatz, so der Autor Lars Bube,  sichere die Warenverkehrsfreiheit und gewährleistet, dass bei einem Weiterverkauf von urheberrechtlich geschützten Produkten der Urheber seinerseits nicht mit Verweis auf sein so genanntes Verbreitungsrecht den Handel stoppen könne.

Das ist ja nun ein spannender Aspekt, der sowohl Software, als auch Musik, Hörbücher etc betrifft.

Sternstunden des Lobbyismus

Manfred Gillig-Degrave, Chefredakteur der MusikWoche, beklagt verschiedene Überlegungen bei den Grünen zu einer sogenannten Fairness-Pauschale und der Tatsache, dass sich SPD-Politiker auf irgendwelchen Parties kritisch zur Gema geäußert hätten. Er denkt offenbar, aufgrund der „viele Millionen teuren Verschiebung der Flughafeneröffnung“ habe die SPD die Legitimation zu politischen Äußerungen verloren. Die Aussage, dass GEMA & Co reformiert und demokratisiert gehören und die Verteilung der Einnahmen gerechter und transparenter erfolgen müsse hält er für „Stuss“. Eine Quellenangabe zu dem Zitat macht er leider nicht.

Interessantes Detail am Rande: „Mit einem Abo können Sie diesen Artikel kommentieren.“ Ein interessantes neues Geschäftsmodell. Meinungsäußerung gegen Geld. Sorry, Herr Gillig-Degrave, da kommentiere ich Ihren Artikel doch lieber in meinem eigenen Blog.

Internet – Urheberrecht: Erstes Urteil gegen Raubkopierer in Frankreich

Über ein Bußgeld von 150 Euro für den illegalen Download eines Musikstücks in Frankreich berichtet die Süddeutsche Zeitung. Nur so am Rande: Musik, die man legal UND frei hören kann, findet sich zum Beispiel hier auf jamendo.com.

Sehr schöner Blogbeitrag von Bruno Kramm.

Bruno Kramm



Die Kommentare zu den einzelnen Beiträgen der 100 Köpfe befinden sich am Ende des Dokumentes.

Kommentar zu „Kreative, hört die Signale“

Bevor man sich im Detail mit der propagandistischen Großinquisition des Handelsblattes „Kreative hört die Signale“ und „Mein Kopf gehört mir“ auseinander setzen kann, muss man die Vorgeschichte beleuchten, aus welcher die Initiative zu dieser und noch vielen folgenden Beiträgen hervorging und die Fehlinformationen bewusst in Kauf nehmend, einsetzt.
Das Verlagshaus Gruner + Jahr hat bereits in der brancheninternen Publikation Musikwoche und dem angeschlossenen Mediabiz Portal in der Ausgabe Woche 12 die interne Kampagne „Kreativität schützen, Vielfalt bewahren“ vorgestellt. Man will mit dieser Kampagne die eigene Medienmacht in denn 500 angeschlossenen Publikationen nutzen und „ratlose und inaktive Politiker .., ihr kritikloses Eintreten für Providerinteressen, … die Meinungshoheit weniger Blogger …“ mit dem „O-Ton der Wut von Urhebern“ auf Kurs der … Kreativindustrie in ihrem Kampf um das Überleben und gegen…

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Weg mit dem Urheberrecht

Ein Interview mit Joost Smiers und Marieke van Schijndel zur Abschaffung des Urheberrechts und den seichten Entergewässern der Piraten sendete der Deutschlandfunk.

Bruno Kramm zum Urheberrecht

Über eine Veranstaltung der Piraten mit ihrem Bundesbeauftragten zum Urheberrecht Bruno Kramm zum Urheberrecht berichtet Thomas Göttinger in der Mittelbayerischen. Trotz der medientypischen Reserviertheit beim Thema Urheberrecht (man scheisst sich ja nicht selbst ins Bett) ist der Artikel ganz gut geschrieben und macht Interesse an Bruno Kramm.

Bundesregierung verlängert Schutzfristen im Urheberrecht

Es gehe im Wesentlichen darum, dass die Schutzfrist für Musikaufnahmen von 50 auf 70 Jahre seit Entstehen verlängert werden soll, bloggt Ilja Braun auf Digitale Linke. Es scheint, als laufe wieder einmal das Copyright für irgend eine Walt Disney-Produktion ab.

BILD verliebt sich in Agnes Krumwiede

In einer leidenschaftlichen Liebeserklärung huldigt die Bild-Online der Schönheit der Grünenpolitikerin Agnes Krumwiede, die mit Schmollmund bei einem feurigen Plädoier fürs Urheberrecht abgebildet wird. Ach ja, und der Googlekonzern finanziere Thinktanks, die das Urheberrecht in Frage stellen, informiert das Medium. Mit Google-Geld würden urheberrechtskritische Stimmen lauter – da muss ich doch gleich mal auf meinen Kontoauszug schauen.

Club der toten Dichter

In einer sehr schönen Glosse über die armen Poeten berichtet Markus Kompa auf Heise.de über die Unfriedenheit im Taxigewerbe, wegen eines plötzlichen Überangebots an Fahrern. Die auf den Taxi-Markt drängenden brotlosen Filesharing-Anwälte würden dort nun mit den selbsternannten Künstlern konkurrieren, die schon vorher da waren.

Gema unterzeichnet Vertrag mit Karnevalsvereinen

Der Bund der Karnevalsvereine stellt der Gema zukünftig Narrenkappen im Ausgleich gegen Hellau-Rufe zur Verfügung. Ähnliches berichten die Westfälischen Nachrichten.

Narrenstück bei der Gema

Absurde Extrazahlungen hält Lutz Leichsenring (Sprecher der Berliner Clubcommission) für ein unverschämtes I-Tüpfelchen. Philip Volkmann-Schluck berichtet in der Berliner Morgenpost über Auseinandersetzungen der Narrenzunft mit der Gema.

Ich wusste gar nicht, dass dies zwei unterschiedliche Organisationen sind.

Wann ist geistiges Eigentum gerecht?

Viele philosophische Diskrepanzen in der Debatte ums Urheberrecht und die Legitimität des sogenannten Geistigen Eigentums entstammen Mißverständnissen, postuliert die Zeit Online. Eine überraschend unvoreingenommene Exkursion in die Ideengeschichte des Eigentums, der mich optimistisch in Bezug auf den Journalismus macht.

Unglue.it befreit Bücher

Während die Urheberrechtsdebatte manchmal skurrile Blüten treibt, zwischen den Rechten von Autoren und Künstlerinnen und den Interessen der Verwertungsindustrie nicht unterschieden wird, probieren andere einfach neue Modelle aus, die die Existenz von Autorinnen absichern und deren Werke als Commons nutzbar machen sollen, bloggt Brigitte Kratzwald auf gemeingueter.de.

Loriots Tochter klagt gegen Biografie

Auch der Stern berichtet darüber. Man fragt sich natürlich zuerst, ob dies ein Scherz sein soll, aber Loriot soll ja schon zu Lebzeiten recht humorlos gewesen sein.

Debatte über Urheberrecht auf kläglichem Niveau

Christof Kerkmann klagt auf heise.de über das klägliche Niveau der Urheberrechtsdebatte.

Schulz: Nach ACTA das Urheberrecht neu denken

Der FDP-Internetexperte Jimmy Schulz äußert sich zum abgelehnten ACTA-Abkommen auf der Internetseite der FDP-Bundestagsfraktion.

Disco-Verband droht mit Klage gegen Gema

Der Der Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe (BDT) will gegen die Verwertungsgesellschaft Gema klagen, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Geistiges Eigentum besser schützen!

Einen Gastkommentar zum geplanten Leistungsschutzrecht von Stephan Scherzer, dem Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) veröffentlicht Bild.de. Die Konstruktion „Geistiges Eigentum“ wird hierbei selbstverständlich nicht hinterfragt. Scherzer geht davon aus, dass die Verbreitung von geistigem Eigentum Schaden anrichtet, der durch den Schutz des gesitigen Eigentums begrenzt werden soll.

Loriots Tochter klagt gegen Biografie

Wie die Tochter von Loriot ihren Vater durch Klagen gegen Wikipedia und den Münchner Riva-Verlag posthum in einen humorlosen Scherzrechteproduzenten transformiert, darüber berichtet Spiegel Online. Aber so ist das mit dem Humor. Wenn es um Geld geht, dann hört er auf, besonders bei den Erben.

FDP will Teile von Acta retten

Nur 39 der fast 700 Abgeordneten des EU-Parlaments stimmten in Straßburg für das internationale Vertragswerk Acta, berichtet die Welt Online. Die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger von der FDP will nun offenbar zumindest Teile der Vereinbarung retten, falls sie nicht vorher abgewählt wird.

Aus für Acta – das Internet macht Politik

Acta werde als Exempel dafür in die Geschichte eingehen, wie Politik im Internet-Zeitalter nicht mehr funktioniere, analysiert die Süddeutsche Zeitung.