Weg mit dem Urheberrecht

Ein Interview mit Joost Smiers und Marieke van Schijndel zur Abschaffung des Urheberrechts und den seichten Entergewässern der Piraten sendete der Deutschlandfunk.

Club der toten Dichter

In einer sehr schönen Glosse über die armen Poeten berichtet Markus Kompa auf Heise.de über die Unfriedenheit im Taxigewerbe, wegen eines plötzlichen Überangebots an Fahrern. Die auf den Taxi-Markt drängenden brotlosen Filesharing-Anwälte würden dort nun mit den selbsternannten Künstlern konkurrieren, die schon vorher da waren.

Wann ist geistiges Eigentum gerecht?

Viele philosophische Diskrepanzen in der Debatte ums Urheberrecht und die Legitimität des sogenannten Geistigen Eigentums entstammen Mißverständnissen, postuliert die Zeit Online. Eine überraschend unvoreingenommene Exkursion in die Ideengeschichte des Eigentums, der mich optimistisch in Bezug auf den Journalismus macht.

Paulo Coelho: Das Urheberrecht ist eine Erfindung der Geschäftswelt, nicht der Autoren

Das Urheberrecht schütze das Geschäft und nicht die Urheber, sagt Paulo Coelho in einem sehr lesenswerten Interview mit der Zeit. Seine Idee, so der brasilianische Erfolgsautor,  sei die Idee des Teilens. Wenn du nicht teilst, dann existierst du auch nicht.

Schön finde ich an diesem Gespräch, dass es meine Lust auf Lesen revitalisiert. Fast schon wollte ich zum Wahlanalphabetismus konvertieren. Ich verliere nämlich die Lust am Lesen beim Verfolgen dieser geistlosen Debatte und dieser permanenten Selbstverstümmelung von Autoren, die sich freiwillig von Kulturschaffenden zu Produzenten geistigen Eigentums degradieren.

Gema will echte Namen oder Geld

Die Gema verklagt die Musikpiraten, die einen Sampler unter freier Lizenz herausgebracht haben, weil zwei der Musiker und Pseudonym erscheinen, berichtet der Spiegel Online. Sollen sie so weitermachen, denke ich. Ich glaube, das ist politisch ungeheuer effizient.

Gutenberg war ein Hacker

Der Journalist Matthias Spielkamp von irights erklärt in DR Radio Wissen, warum Piraten, Autoren, Musiker, Verleger und Drebuchschreiber einfach nicht zueinander finden. Herrlich anzuhören, wobei mich das nicht eben optimistisch stimmt.

Malte Welding: Künstler, Verwerter und Piraten

Das Abendland ist wieder mal bedroht, diesmal von renitenten immer-alles-umsonst-haben-wollenden Internetzombies, bloggt der Schriftsteller Malte Welding. Ein inhaltlich wie sprachlich herrlich zu lesender Beitrag, den Silke Helfrich mir empfohlen hat.

Und plötzlich sind wir kriminell

Der Umstand, dass massenhaft gegen das Gesetz verstoßen wird, auch von „normalen“, rechtschaffenen Bürgern, weist darauf hin, dass es an gesellschaftlichen Normen vorbeigeht, sagt Till Kreutzer im Interview mit Berd Graff in der Süddeutschen Zeitung.

Das Internet sorgt für mehr Künstler, mehr Musik und mehr Filme

Wenn es also Künstlern in Deutschland so schlecht geht – warum entscheiden sich immer mehr Menschen für diesen Beruf? Und noch wichtiger: Warum geben nicht mehr auf? Sind dies alles Masochisten? Oder alles Irre?, fragt Thomas Knüwer auf indiskretionehrensache.

Schulbuch sucht legale Nachfolger

Der digitale Wandel macht gedruckte Lehrbücher überflüssig. Doch das Urheberrecht verbietet die Alternative, schreiben Felix Schaumburg und Jöran Muuß-Merholz in der TAZ. Eine längere Version dieses Artikels unter dem Titel Das langsame Sterben des Schulbuchs findet sich auf edushift.

Thomas Stadler auf Internet Law hat eine Rezension hierzu geschrieben.